„Wir haben doch gesagt: 14 Uhr." – Zeitverständnis im deutsch-französischen Meeting

20 février 2026·Kultur·1 min de lecture
„Wir haben doch gesagt: 14 Uhr." – Zeitverständnis im deutsch-französischen Meeting

„Wir haben doch gesagt: 14 Uhr." – „Ja, wir haben über 14 Uhr gesprochen."

Time-Management im deutsch-französischen Umfeld ist kein organisatorisches Detail. Es ist ein strategischer Erfolgsfaktor.

Vor einigen Jahren begleitete ich die Besetzung einer Vertriebsleiter-Position für ein deutsches Industrieunternehmen mit starkem Frankreich-Geschäft.

Kick-off-Meeting: Beginn 14:00 Uhr. Ende laut Agenda: 15:30 Uhr.

Um 15:28 Uhr sagt der deutsche Geschäftsführer:

„Gut, dann sind wir ja im Plan."

Um 15:29 Uhr sagt der französische Sales Director:

„Bevor wir schließen, lassen Sie uns noch kurz die strategische Vision diskutieren…"

Um 16:45 Uhr diskutierten wir immer noch. Alle engagiert. Alle motiviert. Aber mit völlig unterschiedlichen Erwartungen an Zeitstruktur.

Was ist passiert?

Der deutsche Teil verstand Zeit als verbindlichen Rahmen. Der französische Teil verstand Zeit als Orientierung innerhalb eines inhaltlichen Prozesses.

Beide Seiten waren professionell. Beide Seiten waren engagiert. Und trotzdem entstand Frustration.

Wie viel Management-Energie verlieren Sie aktuell durch unterschiedliche Zeitverständnisse in Ihren deutsch-französischen Teams – ohne dass es offen angesprochen wird?

Deutsch-französische Zusammenarbeit scheitert selten an Talent. Aber häufig an unsichtbaren Spielregeln.

Xavier Caruyer

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