Risiko Nr. 7: Der neue Geschäftsführer findet keinen Zugang

Serie: Die 20 größten Risiken deutsch-französischer Industrieprojekte – Risiko Nr. 7 von 20
„Wir haben einen Top-Geschäftsführer eingestellt."
Sechs Monate später kostet genau diese Entscheidung mehrere Millionen Euro. Nicht weil der Geschäftsführer schlecht wäre. Sondern weil ihm niemand wirklich folgt.
Wir haben einmal einen Produktionsleiter gefragt, wie die Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsführer läuft. Seine Antwort war überraschend:
„Fachlich? Hervorragend. Menschlich? Ich weiß bis heute nicht, wer er eigentlich ist."
Ein Satz. Und plötzlich war klar, warum Entscheidungen immer länger dauerten, Informationen nur noch gefiltert nach oben gelangten und engagierte Mitarbeiter innerlich kündigten.
Der Geschäftsführer hatte seinen Job übernommen. Aber nicht seine Mannschaft.
Genau dieses Muster beobachten wir immer wieder bei deutsch-französischen Industrieprojekten. Ein deutscher Geschäftsführer übernimmt eine französische Tochtergesellschaft. Oder ein französischer Geschäftsführer ein deutsches Werk. Alle konzentrieren sich auf Strategie, Prozesse, Budgets und Kennzahlen.
Kaum jemand fragt: Wie gewinnt dieser Mensch eigentlich das Vertrauen seiner neuen Organisation?
Dabei entscheidet genau diese Frage häufig über den Erfolg.
Das Fatale: Die Warnsignale erscheinen nicht im Monatsreport. Die Produktion läuft. Die Zahlen stimmen zunächst. Der eigentliche Schaden entsteht leise. Schlüsselmitarbeiter ziehen sich zurück. Konflikte werden nicht mehr offen angesprochen. Entscheidungen verzögern sich. Gute Leute verlassen das Unternehmen.
Und irgendwann lautet das Urteil:
„Der Geschäftsführer hat nicht funktioniert."
In Wahrheit hat oft nicht der Geschäftsführer versagt. Sondern seine Integration.
Die meisten Unternehmen investieren viel Geld in die Suche nach der richtigen Führungskraft. Aber erstaunlich wenig in deren erfolgreichen Start.
Dabei entscheidet genau diese Phase häufig darüber, ob aus einer guten Personalentscheidung ein erfolgreiches Industrieprojekt wird.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Führungswechseln im deutsch-französischen Umfeld gemacht?

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