Risiko Nr. 2: Die falsche Schlüsselperson

26. Juni 2026·Führung·1 Min. Lesezeit
Risiko Nr. 2: Die falsche Schlüsselperson

Serie: Die 20 größten Risiken deutsch-französischer Industrieprojekte – Risiko Nr. 2 von 20

„Wir haben den Falschen geschickt."

Diesen Satz habe ich noch nie von einem Geschäftsführer gehört. Stattdessen höre ich fast immer:

„Eigentlich war er perfekt."

Perfektes Fachwissen. Perfektes Englisch. Perfekte Ergebnisse in Deutschland. Also schickt man ihn nach Frankreich.

Sechs Monate später ist plötzlich von ganz anderen Themen die Rede. Der Kunde reagiert reserviert. Das französische Team zieht nicht mit. Entscheidungen dauern. Missverständnisse häufen sich. Der Projektplan gerät ins Rutschen.

Und irgendwann fällt dieser Satz:

„Mit den Franzosen ist es eben schwierig."

Nein. Vielleicht war einfach nur der falsche Mensch am falschen Ort.

In deutsch-französischen Industrieprojekten entscheidet selten der Lebenslauf über den Erfolg. Sondern die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, Spannungen auszuhalten und Menschen für ein gemeinsames Ziel zu gewinnen.

Technische Probleme lassen sich meist lösen. Die falsche Schlüsselperson kostet dagegen Monate. Manchmal sogar den Kunden.

Deshalb beginnt die Absicherung deutsch-französischer Industrieprojekte nicht beim Projektplan. Sie beginnt mit einer einzigen Frage: Wer muss dieses Projekt führen, damit Menschen ihm folgen?

Wie oft haben Sie erlebt, dass ein Projekt nicht an der Technik, sondern an einer einzigen Personalentscheidung gescheitert ist?

Richard Pinot

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