„Das war nicht optimal." – Feedback im deutsch-französischen Umfeld

24. Februar 2026·Führung·2 Min. Lesezeit
„Das war nicht optimal." – Feedback im deutsch-französischen Umfeld

„Das war nicht optimal." – „Also war es schlecht?"

Feedback im deutsch-französischen Umfeld ist selten nur Feedback. Es ist Kultur. Interpretation. Beziehung. Macht.

Ich erinnere mich an eine Situation bei der Besetzung eines deutsch-französischen Vertriebsleiters. Nach der Probepräsentation sagte der deutsche Geschäftsführer:

„Die Analyse war gut. Bei den Zahlen sollten wir noch etwas präziser werden."

Sachlich. Direkt. Konstruktiv gemeint.

Der französische Kandidat rief mich später an:

„Ich glaube, es hat ihm nicht gefallen."

Was war passiert?

In Deutschland gilt Kritik als Zeichen von Professionalität. Wer nichts sagt, ist unzufrieden – oder desinteressiert. Direktes Feedback bedeutet: Ich nehme dich ernst.

In Frankreich ist Feedback stärker kontextuell eingebettet. Kritik ohne Beziehung kann als Infragestellung der Kompetenz wahrgenommen werden. Zwischen den Zeilen steckt oft mehr als im Gesagten.

Umgekehrt passiert es genauso: Ein französischer Manager sagt nach einem Meeting:

„C'était intéressant… wir sollten noch einmal darüber nachdenken."

Ein deutscher CEO hört: „Vielleicht später." Der französische Manager meinte: „Ich bin nicht überzeugt."

Missverständnisse entstehen nicht durch Inkompetenz. Sondern durch unterschiedliche Feedback-Codes.

Für CEOs und HR bedeutet das konkret:

  • Direkte Kritik kann Motivation steigern – oder Gesichtsverlust auslösen.
  • Diplomatische Formulierungen können Wertschätzung zeigen – oder Unsicherheit signalisieren.
  • Fehlinterpretationen kosten Zeit, Vertrauen und manchmal Schlüsselkräfte.

Gerade bei Führungskräften im deutsch-französischen Kontext entscheidet Feedbackkultur über:

  • Performance
  • Bindung
  • Integration
  • Leadership-Akzeptanz

Meine Erfahrung aus zahlreichen Besetzungen: Technische Kompetenz bringt Kandidaten in die Rolle. Interkulturelle Feedback-Kompetenz entscheidet, ob sie bleiben.

Frage an Sie als CEO oder HR-Verantwortliche: Wird Kritik in Ihrem Unternehmen verstanden – oder nur ausgesprochen?

Wenn Sie Führungskräfte suchen, die nicht nur zweisprachig, sondern auch „zweikulturell feedbackfähig" sind, lassen Sie uns sprechen.

Denn zwischen „Das war gut" und „Das war nicht optimal" liegen manchmal Welten.

Richard Pinot

Führungsfrage im deutsch-französischen Kontext?

Wir sprechen gerne mit Ihnen — unverbindlich und vertraulich.

Kontakt aufnehmen